Der Meteoritenfall von Sikhote-Alin

Der Fall gilt als der bedeutendste Eisenmeteoriten-Schauer in jüngster Vergangenheit. Am 12. Februar 1947 wurde eine sonnenhelle Feuerkugel über der Taiga gesichtet, die um 10:28 im Westen des Sikhote-Alin Gebirges zerplatzte. Die Erde erbebte, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Dunkler, rötlicher Rauch stand am Himmel und war noch lange zu sehen.

Ein extrem großer Eisenmeteorit war über der Taiga explodiert, die Bruchstücke hinterließen hunderte von Kratern auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern. Es wurden mehrere tausend Bruchstücke eingesammelt, dabei einige große mit einem Gewicht bis nahezu zwei Tonnen.

Das Zerplatzen muß sich in mehreren Phasen vollzogen haben. Man unterscheidet drei Fraktionen nach der Art der gefundenen Teile:



Größe: 3 x 2 x 2 cm, Gewicht 20 g
Olivin-Bronzit-Chondrit, kristalliner Bronzit


Details:
Links ein Stück der (vermutlich) 2. Fragmentation mit deutlichen Fließspuren, etwa 3 x 3 cm, 82 g. Rechts ein 'Granatsplitter' vom Aufprall, Größe ca. 2 x 2 cm, 28 g. Die gesamte Fundmenge beträgt inzwischen über 30 t. Es handelt sich dabei um groben Oktaedrit.

Weitere Einzelheiten:
Eine erste Zerlegung des anfliegenden Meteoriten in mehrere Teile muß schon bei der Annäherung mit noch unverminderter (kosmischer) Geschwindigkeit erfolgt sein, bei der Absplitterungen bzw. Absprengungen erfolgten. Der verbleibende Kern zerbrach in vielleicht 6000 m Höhe bei 1000 m/s (lt. Bühler) in mehrere große Teile (1.Fragmentation) Diese zerlegten sich in zwei weiteren Stadien (Fragmentationen) in wiederum kleinere Teile. Beim letztlichen Aufprall wurden die verbliebenen größeren Teile total zerfetzt. Die Teilstücke davon sehen aus wie Granatsplitter. Teile der früheren Zerlegung weisen noch erhebliche Schmelzspuren auf, die teils in Flugrichtung leichte Fließspuren zeigen.